Das Projekt


Die Reise begann im Februar 2018, nachdem drei Studierende der Plattform Kulturhauptstadt 2024 die Idee Bad Ischl als Kulturhauptstadt Europas 2024 ausarbeiteten und die Stadt Bad Ischl überzeugten, den Gedanken aufzugreifen.

Gemeinsam mit 3 LEADER-Regionen des Salzkammerguts wurde schließlich die Erarbeitung eines Kulturentwicklungsplans (“Kulturvision 2030 – Kultur macht den Unterschied”) beauftragt. Dieser stellt den Rahmen für die Bewerbungsinitiative “Salzkammergut 2024 – Kulturhauptstadt Europas” dar.

 

Seit 1985 wird Städten aus verschiedenen Ländern der Titel für ein Jahr verliehen. Die Länder stehen im Vorhinein fest: 2024 werden Österreich (nach Graz 2003 & Linz 2009) und Estland jeweils eine Kulturhauptstadt stellen. Alle drei Jahre können sich außerdem europäische Städte außerhalb der EU bewerben, so auch 2024. Die drei Kulturhauptstädte Europas 2024 sind Tartu (Estland), Bodø (Norwegen) und das Salzkammergut.

Das Ziel ist, die Vielfalt von Lebensrealitäten in Europa sichtbar zu machen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und nachhaltige Impulse zur Stadt- und Regionalentwicklung zu setzen. Seit wenigen Jahren können sich neben Städten auch mehrere Orte gemeinsam als Kulturhauptstadt-Region bewerben. Eine Stadt (> 10.000 Einwohner*innen) muss jedoch den ‘Lead’ übernehmen. Im Falle von Salzkammergut 2024 ist das Bad Ischl.

Die Auswahl von Kulturhauptstädten erfolgt in einem offenen Wettbewerb, den in Österreich das Bundeskanzleramt ausschreibt.

Für das österreichische Titeljahr 2024 haben sich 3 Städte / Regionen beworben: Dornbirn+, St. Pölten und das Salzkammergut. Ende 2018 reichten alle drei Bewerber die ersten Bewerbungsunterlagen ein (das erste 60-seitige Bidbook). Anschließend hatten alle drei Bewerber die Möglichkeit, das Konzept vor der europäischen Kulturhauptstadt-Jury in Wien zu präsentieren. Die Entscheidung, dass alle drei Bewerber in die zweite und finale Auswahlrunde kommen, fiel am 31. Jänner 2019.

Bis Oktober 2019 wurde die Bewerbung finalisiert. Das 100-seitige Bidbook präsentierte das weiterentwickelte und konkretisierte Konzept, Programm, Budget sowie allfällige Management-Fragen. Anfang November 2019 besuchte eine Delegation der Jury die drei Bewerber-Städte bzw. -Regionen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Nach einem letzten Hearing in Wien Mitte November, bei dem die Bewerber in 45 Minuten das Konzept präsentierten und sich 75 Minuten lang den Fragen der Jury stellten, fiel die Entscheidung für das Salzkammergut am 12. November 2019.

Der Bericht der Jury über die Gründe für die Entscheidung kann hier nachgelesen werden.

Woher kommt das Geld? 

Bei Salzkammergut 2024 als Kulturhauptstadt-Region und den geplanten 30 Mio Euro, kommt eine Drittellösung zu tragen. Bund, Länder und Gemeinden übernehmen also jeweils ein Drittel des Budgets. Das Drittel der Gemeinden, müssen diese aber nicht alleine stemmen – sie werden durch den Melina Mercouri Preis der Europäischen Union in der Höhe von 1,5 Mio Euro, weitere EU-Gelder, die lokalen Tourismusverbände sowie Privatsponsoren unterstützt. Länder und Bund tragen jeweils 10 Mio Euro bei.

 

Wohin fließt das Geld? 

Die geplanten 30 Mio Euro werden vollumfänglich dem Programm, dem Personal sowie den Kosten, die mit der Organisation der Kulturhauptstadt einhergehen, gewidmet. Infrastruktur-Projekte können damit nicht finanziert werden. Anders als bei anderen Kulturhauptstädten haben wir uns zudem bewusst gegen die Fokussierung auf prestigeträchtige Neubauten entschieden.

Dennoch geplante Infrastrukturprojekte (z.B. Renovierungsarbeiten am Lehartheater, Stadttheater Gmunden, die Überdachung von Schloss Ort etc.) werden von den Gemeinden selbst oder privat, nicht aber von der Kulturhauptstadt, getragen. Großteils handelt es sich dabei um Projekte, die die Gemeinden unabhängig vom Titel-Zuschlag geplant hatten. Mit dem Titelgewinn erhöhen sich nun aber die Chancen auf Kofinanzierung aus anderen Fördertöpfen der Europäischen Union. 

Darüber hinaus kann das Kulturhauptstadt-Budget nicht zur Finanzierung von bereits bestehenden Veranstaltungsformaten bzw. zur Unterstützung laufender Kulturbetriebe beansprucht werden.

Diese Gemeinden bilden die Kulturhauptstadt-Region Salzkammergut 2024:

In OÖ: Stadt Bad Ischl (Bannerstadt), Stadt Gmunden, Stadt Laakirchen, Bad Goisern, Gosau, Scharnstein, Vorchdorf, Obertraun, St. Konrad, Ebensee am Traunsee, Traunkirchen, Hallstatt, Roitham am Traunfall, Pettenbach im Almtal, Grünau im Almtal, Steinbach am Attersee, Kirchham, Altmünster, Unterach am Attersee;

In der STMK: Stadt Bad Aussee, Altaussee, Grundlsee, Bad Mitterndorf.

Hier gibt es einen Überblick über die teilnehmenden Gemeinden.

Die Kulturhauptstadt-Region besteht aus 23 Gemeinden.

Wenn es Projekte in Gemeinden außerhalb der Kulturhauptstadt-Region gibt, können Projektideen gerne an folgende Mailadresse geschickt programm@salzkammergut-2024.at oder telefonisch über 06132 23 88 4 kommuniziert werden.

Jetzt! Der Titel “Kulturhauptstadt Europas” ist gewonnen. Nun sind wir dabei, die Bürostruktur aufzubauen. Die SKGT24 Kulturhauptstadt GmbH ist gegründet und wir starten motiviert in die Aufbaujahre.

Kulturpolitik ist Regionalpolitik! Viele Gemeinden des Salzkammerguts sind von Abwanderung betroffen. Geschäfte und Gasthäuser müssen mangels Kundschaft zusperren, Ortskerne verwaisen und Arbeitsplätze werden rar. Insbesondere junge, gut ausgebildete Menschen müssen mangels Zukunftsperspektiven oft in größere Städte abwandern.

Für die Herausforderungen in der Region braucht es langfristige Strategien. Wir sehen in der Kulturhauptstadt einen wichtigen Motor, um brennende Fragen in Angriff zu nehmen, die uns über 2024 hinaus betreffen werden: umweltverträgliche Mobilität, eine kritische Betrachtung des vorherrschenden Tourismus-Modells, Überlegungen zu Baukultur, Stärkung des Kultursektors, usw.

Das Bidbook der Endrunde gilt als Grundlage zwischen der Kulturhauptstadt einerseits und der europäischen Jury, dem Bundeskanzleramt, der Europäischen Kommission und der eigenen Bevölkerung andererseits. Das Bidbook gilt als Kriterium für die Auszahlung des Melina Mercouri Preises der EU in der Höhe von 1,5 Mio Euro. Die Europäische Kommission erwartet eine enge Verzahnung des Bidbooks mit den Aufbaujahren sowie dem Titeljahr 2024. Signifikante Abweichungen vom Inhalt des Bidbooks müssen jedenfalls vorab mit der Jury (über die Europäische Kommission) besprochen werden.

Bis 2024 gibt es vielfältige Möglichkeiten teilzunehmen. Zum Beispiel: Jobs bei der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH werden ausgeschrieben. Bereits vor 2024 wird es zudem partizipative Formate und Projekte geben, zu deren Mitwirkung alle Menschen im Salzkammergut, ob hier geboren, temporär wohnhaft oder nur zu Besuch, eingeladen sind. Auf unserer Website  und über Social Media informieren wir laufend über Möglichkeiten der Mitwirkung. Eine Info-Tour durch die gesamte Kulturhauptstadt-Region ist in Planung. Wann, wo und wie geben wir über unsere Kanäle rechtzeitig bekannt.

Kurzfristiges Planen in Sachen regionaler Kulturentwicklung ist sinnlos. Deshalb war die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas in die Erarbeitung eines regionalen Kulturentwicklungsplans (Kulturvision 2030 – Kultur macht den Unterschied) eingebettet. Mit diesem partizipativ erarbeiteten Plan, der einen wichtigen nachhaltigen, kulturpolitischen Handlungsrahmen darstellt, wollen wir gemeinsam die Leitlinien und Rahmenbedingungen für das kulturelle Schaffen im Salzkammergut der nächsten Jahrzehnte mitgestalten.

Wenn der Wunsch besteht, Projektideen oder Konzepte mit dem Salzkammergut24-Team zu teilen, könnt ihr dies via E-Mail auf programm@salzkammergut-2024.at tun oder euch telefonisch bei der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH unter 0043 6132 23884 melden. Wir sind, wenn nicht anders angekündigt, von Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 17:00 Uhr erreichbar.

Blickpunkte